4. Der Alptraum beginnt…

Ich bin schon beim vierten Teil unserer Dauercamping-Geschichte angekommen.

Ich habe dir bereits hier berichtet, wie wir überhaupt zum Dauercamping gekommen sind,

dann habe ich hier darüber geschrieben, dass wir unsere geliebte Parzelle verkauft haben

und unsere Suche nach einem neuen, geeigneten Campingplatz habe ich hier beschrieben.

Unser neuer, gebrauchter aber jüngerer Wohnwagen – ein grandioser Tabbert da Vinci, der uns jede Menge Asche gekostet hat – wurde nun auf den pickepackeneuen Campingplatz gefahren.

Dumm, wenn man keine eigene Anhängerkupplung hat. Aber all dieser Aufriss war nicht absehbar und für uns seinerzeit eine Anhängerkupplung überhaupt kein Thema beim Autokauf. Das würden wir heute anders machen.

Mein Schwager, der Bruder meines Mannes, hat aber schnell und hilfsbereit zugesagt, den frisch gekauften Wohnwagen vom Norden Hamburgs nach oben an die Ostsee zu bringen. Da stand er nun – unser Tabbert!

Hochmotiviert planten wir nun die nächsten Schritte: Parzelle aufbauen, Windschutz aufstellen, Rohre verlegen, Zeltboden bauen, ein schöner Pavillion und ein nützlicher Schuppen musste her – wir krempelten die Ärmel hoch und spuckten in die Hände.

Na gut. Wir sind nicht wirklich Handwerker. Wir sind aber immer „stets bemüht“, für einiges reicht es, aber Rohre verlegen?

Zum Glück gab es da noch unseren Nachbarn Benni, der an dieser Stelle mit „The Sexmachine“ (seine Frau lächelte übrigens milde dazu) betitelt werden möchte. Er ist eigentlich  mehr Freund als Nachbar, der beruflich „in Gas, Wasser und Rohre“ macht.

„Benni, The Sexmachine“ hat angeboten, uns zu helfen. Jaaaa – bitte!

Ein Termin wurde fixiert. Material besorgt. Übernachtung im Mietwohnwagen gebucht. Samstag um 7:20 Uhr die Whatsapp – „bin in 20 Minuten“ da.

Als Frühaufsteher konnte uns das natürlich in keiner Weise schocken – Kaffee war frisch, die Laune gut. Dass es in Strömen regnete, ignorierten wir einfach. Von morgens bis abends werkelten die Männer nun an den Leitungen – ich kümmerte mich in der Zeit ums müde Catering und ausreichend Getränke (das ging ganz gut).

Am Abend waren wir beim Italiener auf dem Platz, feierten glückselig unsere Erfolge und atmeten noch das eine oder andere Bierchen ein. Endlich! Geschafft! Das Klo funktionierte und wir hatten sogar eine Zuwasserleitung im Wohnwagen – wie bei Königs.

Am nächsten morgen beendeten die Jungs die Arbeit. Danach brachten wir Benni zum Auto, fuchtelten ihm glücklich aber erschöpft mit den Armen nach und gingen in die Rezeption, den Schlüssel von dem Leih-Wohnwagen abzugeben.

Bereits da schaute uns der Verpächter sehr tief in die Augen. Sehr tief. Zu tief.

Und wie in Zeitlupe kamen folgende Worte aus seinem Mund:

„Das. Mit. Dem Klo. Geht. Nicht. Ihr. Dürft. Hier. Nur. Grauwasser. Haben.“

Und wir so „Wie belieben?“ Das war doch alles abgesprochen?

Du kannst dir vorstellen, dass für uns eine Welt zusammengebrochen ist. Mein Mann und ich guckten uns in die Augen. Sollte die ganze Zeit, die Arbeit und das Geld etwa umsonst gewesen sein? Abgesehen von den Monaten des Wartens im Winter, bis endlich die Saison beginnt, unsere ungebremste Leidenschaft und unsere Liebe zu  unserer Dauercamping-Finca?

Natürlich hätten wir den Pächter gerne über den Tresen gezogen und ihn an geschrien „WARUM?“ Wir behielten stattdessen die Contenance und fragen uns bis heute, warum er uns die Zusage machte. Ein klares „Nein“ wäre völlig akzeptabel gewesen. Es ging aber längst nicht mehr um Klo oder nicht Klo.

Es ging um Vertrauensverlust, um arglistige Täuschung um verschwendete (Saison-) Zeit und die kommende doppelte Pacht.

Und es ging um Enttäuschung. Es ging darum, unserem Freund zu erklären, dass er ein Wochenende umsonst für uns geopfert hat, weil wir an der Nase herumgeführt worden sind. Es ging darum, dass unser Traum geplatzt ist.

Wie es weiter ging,  lest ihr demnächst.

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