13 Herausforderungen für Dauercamper

Schon oft habe ich mit leuchtenden Augen vom Dauercamping erzählt. Wie schön es ist, jedes Wochenende an der Ostsee zu sein. Deswegen habe ich in meinem letzten Bericht die 13 Gründe aufgelistet, warum du Dauercamper werden musst.
Viele Leute finden das gut und haben Interesse, das auch zu tun.
Verständlich. Aber wer glaubt, alles ist so easypeasy, der irrt.
Denn mit einfach eine Parzelle kaufen und der Urlaub ist gebongt – das ist nur die halbe Wahrheit.
Ich möchte dir heute auch die Herausforderungen zeigen, die man als Dauercamper hat:

 

  1. Disziplin, Disziplin, Disziplin: Stress in der Woche: Das Wäsche waschen geschmeidig aufs Wochenende verschieben – ähm, nö. Da ist man ja weg. Also: In der Woche muss der Turbo angeschmissen werden. Das gilt übrigens für Bügeln, Putzen, Sportkurse und alles andere ebenso. Und zwar jede Woche im Sommer.
  2. Soziale Kontakte: Nicht jeder Bekannte findet es cool, dass man Wochenende für Wochenende den Schuh macht. Die wollen nämlich auch mal mit dir Grillen. Und werden irgendwann zu dir sagen:  „Ihr seid ja immer weg“.
  3. Organisation: Es bedarf ein hohes Maß an Organisations-Fähigkeit, die Wochenenden im Sommer auf dem Campingplatz zu verbringen. Die Dinge, die du bis Freitag packen oder einkaufen muss – dazu hast du deine Listen und Post its irgendwo hängen. Und es ist verdammt schnell wieder Freitag.
  4. Leidenschaft: Dauercampen halbherzig – das geht nicht. Um Freitagnachmittag wie die Hühner auf der Stange „bereit zur Abfahrt“ zu stehen, müssen ALLE „guten Willens“ sein. Mit ganz viel Liebe und Leidenschaft.
  5. Doppelte Haushaltsführung: Du hast zwei Haushalte und musst für zwei Haushalte denken. Das betrifft nicht nur die Küche, sondern auch Wäsche, Kosmetika, Bettwäsche, Freizeitartikel, außerdem hast du einen (zweiten) Rasen zu mähen, Hecke zu schneiden, Pflanzen zu pflegen etc. Das kostet Zeit und auch Geld.
  6. Das Kind will Fußballspielen und die Punktspiele finden am Wochenende statt: Da musst du den Schlüppi herunterlassen und ehrlich zum Trainer sein, dass du – oder vielmehr dein Kind – im Sommerhalbjahr nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Und nicht nur das: Im Winter muss man dann umso mehr mit Anwesenheit glänzen.
  7. Feiern und Kindergeburtstage: Das kann sehr schmerzhaft sein. Sowohl für einen selbst, als auch fürs Kind. Die coole Sommer-Party oder den Kindergeburtstag gegen ein Wochenende auf dem Campingplatz tauschen? Hier gilt: Manchmal muss man ein Wochenende zu Hause einschieben. Und dann am besten mehrere Sachen in punkto Sozialkontakte „erledigen“
  8. Kilometer und Nervenfresserei: Freitag und Sonntag Kilometer reißen. Seien wir ehrlich: Das kostet viel Geld für Benzin und Nerven außerdem. Wie oft sind wir trotz Vorfreude auf den Campingplatz übellaunig aus dem Auto gestiegen? Jedes Familienmitglied hat eine Woche Stress in den Knochen, man ist kaputt, leicht reizbar und dann steht man auch noch im Freitagabendstau. Da kann die Stimmung schon mal kurzfristig ganz fies kippen.
  9. Teamarbeit: Sonntags Abfahrt: Den Cut zu machen und in der Camping-Bude „Klarschiff“ machen bedarf guter Teamarbeit, der eine saugt, der eine packt das Auto. Das geht irgendwann Hand in Hand – aber da muss man erst mal hinkommen.
  10. Kosten: Der gefühlte Kurzurlaub kostet manchmal auch so viel wie ein Kurzurlaub. Man ist launig und kann doch schön mal essen gehen oder ein bisschen shoppen. Man gönnt sich ja sonst nix.
  11. Lagerkoller: Ein Wochenende ist ok, aber bei drei oder vier Wochen Sommerferien auf dem Campingplatz, im schlimmsten Fall bei Regen, da bekommt man schon mal einen Lagerkoller. Bei längeren Urlauben empfindet man die sonst als „muckelig“ empfundene Nähe zur Familie als etwas zu nah und man möchte mal wieder die Tür hinter sich schließen und für sich alleine sein.
  12. Nicht in 80 Tagen um die Welt. Die Kollegen erzählen von Ihren Urlauben in Spanien, Thailand und der Karibik? Urlaub mal woanders wird schwer. Die meisten von uns haben aber nicht unbegrenzte Urlaubstage. Oder unbegrenzt Geld. Man bezahlt erstens ja schon die Pacht und zweitens will man die Parzelle dann auch nutzen. Wir machen meist im Herbst einen Städtetrip oder fahren ein paar Tage in den Harz. Aber die Welt sehen? Das schaffen wir nicht.
  13. Campingplatzverordnung: 3 Meter Brandschutzabstand einhalten, nur heimische Hecken pflanzen, der Schuppen darf 10qm3 nicht überschreiten, vorgegebene Schrankenzeiten: die Liste der auferlegten Pflichten ist lang und wenig sexy. Zwar ist das alles nachvollziehbar, aber Entscheidungsfreiheit sieht anders aus – man muss das aushalten können und das ist der Preis für deine Wochenend-Finca.
Was sind deine größten Herausforderungen, um ein entspanntes Dauercamping-Wochenende zu genießen?

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