7. Umzug auf den neuen Platz

So. Es war soweit. Wir hatten den Pachtvertrag unterschrieben. Schon unser zweiter Pachtvertrag im Jahre 2017. Und gerieten ziemlich unter Stress. Denn zu diesem Zeitpunkt steht der Wohnwagen samt verlegten Rohren und Vorzelt  auf dem alten, auf dem unliebsamen Campingplatz. Nichts Halbes und nichts Ganzes.

Dafür hatten wir aber schon einen neuen Pachtvertrag unterschrieben.

Zeit für eine kleine Ehekrise. Nach dem ganzen Debakel um den alten Campingplatz, dem Unfall, dazu der normale Alltagswahnsinn – unsere Nerven lagen blank. Uns verließ kurzfristig der Mut.

Wie – in Gottes Namen – sollen wir es kräftemäßig schaffen, nun noch mal von vorne anzufangen?

Handwerkliches trauen wir uns nur bedingt zu. Es ging ja schon damit los, dass wir ohne Anhängerkupplung den Wohnwagen nicht von A nach B fahren konnten, wir Vollhonks.

Diesen besagte Abend haben wir lange geredet. Waren zwischen Verzweiflung und Hoffnung.  Nach einigen Gläschen Wein stand für uns aber fest:  Wir ziehen das Ding durch.

Und einmal mehr zeigten wir am Ende des Abends den Camping-Schicksals-Schlägen den Mittelfinger.

Mein Schwager (mit Anhängerkupplung) war gerade für zwei Wochen in den Urlaub verschwunden. Wir mussten also warten.

Wie durch ein Wunder trat jetzt aber wieder der Rohrverleger unseres Vertrauens, Benni („The Sexmachine“) auf den Plan.

Er – der zusammen mit seiner Frau – unser ganzes Fiasko live und in Farbe mitverfolgt hat, heckte heimlich einen Plan mit seinem Vater aus, der übrigens ebenfalls Camper an der Ostsee und  so eine Art „Godfather of Camping“ ist.

Der Plan war, am kommenden Samstag den Wagen auf den neuen Campingplatz zu fahren. Wir waren natürlich sehr glücklich über das Angebot. Andererseits wollten wir nicht schon wieder auf die Hilfe von Benni zurückgreifen und seine Zeit „stehlen“. Aber sie ließen uns keine Wahl.  Zum Glück.

Wir gerieten in Hektik. Mein Mann und ich wollten vor der Überführung noch „schnell mal eben“ den ganzen Rückbau machen, sprich zum Beispiel das Zelt und die Rohre wieder abbauen.

Dauerhafter Starkregen – und das kommt an der Ostsee nun mal häufiger vor – machten uns einen Strich durch die Rechnung.

Es musste also unmittelbar vor dem Transport am Samstag alles abgetakelt werden. Mein Job war es, mich um eine Evb Nummer zu kümmern und damit bei unserem zuständigen Straßenverkehrsamt ein Kurzzeitkennzeichen zu besorgen. Zum Glück hatte unser Tabbert noch TÜV. Gut. Organisation kann ich. Am Freitag vor  dem „Highnoon-Samstag“ hatte ich die Kennzeichen im Sack.

Es konnte losgehen. Mein Mann ist Freitagnachmittag schon vorgefahren, um zumindest alles im Wohnwagen zu sichern. Am Samstag ganz früh kamen dann auch die anderen beiden Kerle.

Ich wollte zu Hause in der Zeit  alles für das abendliche, gemeinsame Grillen vorbereiten. Somit war ich wenigstens beschäftigt, denn ich habe mir vor lauter Sorgen um meinen heißgeliebten Wohnwagen fast in den Schlüppi gemacht. Aber alles ging gut.

Der Wohnwagen war zu seinem neuen Platz heimgekommen. Und die Männer auch. Den Abend waren wohl vor allem mein Mann und ich – sehr sehr glücklich. Wir haben gegrillt, gegessen, zuviel getrunken und sehr viel Spaß gehabt.

Man muss es wohl mal geradeaus sagen: Benni und Jens haben uns den Arsch gerettet. Und wir konnten endlich mit dem alten Campingplatz auf dem alles schief ging, abschließen. Aber neue Herausforderungen warteten schon auf uns Camping-Opfa.

 

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