1. Dauercamping – wie alles begann

Ich bin wahrlich kein Camperkind. Eher bin ich wie die „Jungfrau zum Kinde“ zum Dauercamping gekommen.

Und das ging so: Nachdem ich meine Kinder bekommen habe, stellte sich schnell heraus: Auto fahren ist deren Sache nicht. Ich wohne im Speckgürtel Hamburgs und da liegt es nahe – möglichst fix – an die Ostsee zu fahren. Eineinhalb Stunden Fahrt, die Nerven liegen blank, aber das Ziel war erreicht.

Eine günstige Reiseart war zunächst, in Jugendherbergen zu übernachten. Das taten wir. Im Urlaub. An Wochenenden. Ab einem gewissen Alter der Kinder waren wir aber selbst in der Jugendherberge mit locker 100.- Euro pro Nacht inkl. Halbpension dabei.  Als ich meine hochtourigen Kinder so selbstvergessen im Sand buddeln sah – ungewöhnlich in sich ruhend – wurde die Frequenz immer höher, an die Ostsee zu fahren und in der Jugendherberge zu übernachten. Proportional dazu sank der Kontostand.

Bis wir eines Tages eine andere Krabbelmudda aus Hamburg in Kappeln trafen. Großes „Hallo“ und dann der provisorische Austausch über die Unterkunft.  Wo wohnt ihr denn hier? Die andere Krabbelmutti erzählte, sie sind Dauercamper auf dem nahegelegenden Campingplatz.

Unsere erste, sehr betagte Tabbert-Dame

Zwei Wochen später haben wir spontan – und zugegeben ziemlich kopflos – eine fertige Parzelle mit Wohnwagen und Vorzelt gekauft. Aufgerufen wurden 999.- Euro für einen bereits sehr betagten Tabbert 6200 und einem undichten Vorzelt, bei dem es morgens auf den Frühstückstisch tropfte.

Die Pacht war aber bereits inbegriffen und so dachten wir uns, wir könnten „es“ ja mal für ein Jahr probieren. Eine reine Rumpelbude, jede Menge angesammelter Schrott im Schuppen und  unter dem Wohnwagen. Mäuse hatten durch irgendein Schlupfloch den Wagen geentert (das haben wir erst später gemerkt).

Die Heizung wurde vom Gasmann gar nicht mehr abgenommen, ein billiger Baumarkt-Heizlüfter half uns nach den ersten kalten Aprilnächten die kalten Knochen morgens  in Schwung zu bringen.

Aber wir waren verliebt in unsere kleine Dauerparzelle. Und wir waren sehr fleißig, obwohl wir alles andere als Handwerker sind. Eher sind wir – was handwerkliches angeht – von der Sorte „stets bemüht“.

Mangelnden Biss und Durchhaltevermögen kann man uns aber nicht vorwerfen: Wir haben entrümpelt, gekittet, gebaut, gesägt, gebohrt und gehämmert und, nunja, manchmal auch schallend gelacht!

Nicht eine Minute möchte ich missen! Jedes Mal bei der Ankunft hatte ich dieses Kribbeln im Bauch, liebte die Luft, die Lebhaftigkeit und die Atmosphäre unseres Campingplatzes.

Um uns war und ist es bis zum heutigen Tage geschehen, trotz der Widrigkeiten, die uns später noch ereilen werden. Dazu später mehr….

Wie bist du zum Dauercamping gekommen?

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