6. Der neue, neue Campingplatz?

Ich habe dir bereits hier berichtet, wie wir überhaupt zum Dauercamping gekommen sind,

dann habe ich hier darüber geschrieben, dass wir unsere geliebte Parzelle verkauft haben

und unsere Suche nach einem neuen, geeigneten Campingplatz habe ich hier beschrieben

und hier, wie unser Alptraum seinen Lauf nahm

In meinem letzten Bericht habe ich dir von unserem Autounfall auf der Autobahn erzählt.

Die Versicherung schickte einen Gutachter, der einen Totalschaden feststellte. Ach du Schande. Nun mussten wir also entscheiden:

Neues Auto kaufen oder reparieren lassen. Gegen ein neues Auto sprach aus unserer Sicht, dass unser Ford Focus „erst“ 8 Jahre alt ist und wir wussten, was wir hatten. Wir benötigen ein Auto und hätten – mit Bus uns Bahn versteht sich – ein neues suchen müssen.  Und das alles zz, also ziemlich zügig. Zeitdruck ist kein guter Berater, fanden wir.

Die Werkstatt bot hingegen eine Reparatur an, bei der die Kosten etwas schmaler waren, weil repariert statt ersetzt wird – also im weitesten Sinne. „Was würde es mich kosten“ fragte mein Mann. „Zwischen 3000 und  4000 Euro“ kam die Antwort des symphatischen Werkstatt-Inhabers.

Wir schlugen ein. Am Tag nach dem Unfall bekam ich plötzlich Schmerzen im Nacken und im Arm, bis herunter zu meiner linken Hand. Meine Erklärung war, dass ich mich wohl verlegen haben muss und fuhr am Montag mit der Bahn zur Arbeit.

Meiner Kollegin erzählte ich kurz von unserem Wochenende: von unserem Plan, einen neuen Campingplatz anzugucken, von unserem Autounfall, von meinem schmerzenden Arm und dass ich vielleicht doch nochmal einen Orthopäden drauf schauen lassen muss.

Meine Kollegin fackelte nicht lange und nötigte mich SOFORT beim Arzt anzurufen. Das tat ich. Ich solle umgehend vorbeikommen sagte die Sprechstundenhilfe.
Also, zurück zur Bahn und hin zum Orthopäden. Lächerliche 5 Stunden später war ich auch schon an der Reihe: zwei Wochen krankgeschrieben. Ein „Unfallschaden“ sozusagen.

Ich war in meinem ganzen Leben noch nie zwei Wochen krank geschrieben. Dennoch erwies sich meine Krankschreibung als Segen – wenn auch eher psychisch, als physisch.

Das nächste Problem war, dass wir fürchteten, die letzten Parzelle von „Rudis Resterampe“ geht uns jetzt auch noch durch die Lappen. Ich rief hektisch den Ansprechpartner des Campingplatzes unseres Vertrauens an und bat um Aufschub, weil uns der Unfall dazwischen gekommen ist.

Er machte mir Mut, aber die Angst, jetzt keine Parzelle mehr abzubekommen und meinen Sommer in der Bude verbringen zu müssen blieb.

Aber so schnell lassen wir uns nicht entmutigen – wir trotzten dem Schicksal.

Sobald ich wieder gesund war, reisten wir mit S-Bahn, Regionalbahn,  IC,  Bus und das letzte Stück dann schließlich per pedes zum – vielleicht – neuen Campingplatz. Der Kollege vom Campingplatz, mit dem ich telefonierte, schien sich an uns zu erinnern, denn er lachte schallend und sagte „Ihr seid nicht wirklich mit der Bahn gekommen, oder? ! ODER?  – Mit euch habe ich gar nicht mehr gerechnet“.

Offensichtlich hatte ihn beeindruckt, dass wir keine Mühe scheuten, eine verdammte Parzelle an der Ostsee zu bekommen. Wir guckten uns die paar restlichen Parzellen an. Ich war kaputt. Ich hatte Angst, einen Vertrag zu unterschreiben. Ich wollte nicht wieder einen Fehler begehen. Mir steckte die ganze Pleite mit dem anderen Campingplatz noch dermaßen in den Knochen – am liebsten hätte ich mich im Sand verbuddelt.

Unsere neue noch leere Parzelle

Und obwohl ich eher der Mensch mit viel Initiative bin, sagte nun mein Mann: „Dann unterschreibe ich eben“. So wurden wir in 2017 schon das zweite mal Pächter einer Parzelle an der Ostsee und um weitere knappe 1800.- Euro ärmer.

Na denn – zahlen und glücklich sein.

Wir fuhren den Weg mit der Bahn  zurück – eine rechte Freude kam aber nicht auf. Wir waren einfach nur durch.

 

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