Gästegebühr – wer zahlt die Zeche?

Wir kennen ihn alle, den ollen Kalauer:

Des Campers Fluch – Regen und Besuch

Regen geht noch!

Letztens fahren wir auf dem Campingplatz und an der Schranke hängt ein Zettel.

Ich wäre ja keine Frau, wenn ich nicht neugierig und blitzschnell aus dem Auto aussteigen würde und den Zettel genauer inspizieren würde.

Sinngemäß stand darauf, in letzter Zeit sind vermehrt Besucher aufgefallen, und man möge doch bitte die Campingplatz-Verordnung achten und die Besucher auch anmelden, inklusive Löhnemann & Söhne. Sonst droht Abmahnung.

Joa. Soweit so gut.

Und nun ist Sommer, wir sitzen alle entspannt auf unserer blümeranten Parzelle, das obligatorische Feinripp- Unterhemd oder die gemütliche Hose an, Hülse Pils am Hals (Spaß) und genießen das Leben.

Da scheppert das Handy, Whats app Nachricht, „können wir mal vorbeikommen?“.

Ja klar.  Bestes – in unserem Fall – Ostseewetter und schon gedenken uns unsere lange nicht mehr gesehene „Freunde“.

Keine Frage: Natürlich freuen wir uns, auch auf dem Campingplatz unsere guten Freunde zu sehen. Klar können sie gerne vorbeikommen.

Aber diese Nachrichten lösen bei mir auch immer etwas aus. In etwa so: Oh Gott, was kaufen wir ein. Oh Gott, was grillen wir. Wer kauft ein, wann kaufen wir ein, was kaufen wir ein. Um es kurz zu machen: eine organisatorische Herausforderung reißt mich regelmäßig aus meiner Schlurfi-Lethargie.

Aber nicht nur das:

auf fast jedem  Campingplatz muss man Gebühren für Tages oder Nacht-Gäste entrichten. Das wissen die Gäste meistens nicht. Der Betrag ist für Tagesgäste in der Regel recht moderat. 2-4 Euro für einen Erwachsenen und 1-2 Euro für Kinder sollte man rechnen. Über Nacht wird es natürlich teurer.

Man kann es verstehen: Gäste profitieren von allen Annhehmlichkeiten eines Campingplatzes: Sie benutzen die sanitären Anlagen, können theroretisch duschen, Angebote des Campingplatzes nutzen, z.B. an der Animation teilnehmen etc.

Gästegebühr – wer zahlt die Zeche?

Bildquelle Fofolia © vladorlov

Aber wer zahlt eigentlich die Zeche? Sagst du zu seinen Gästen: Guten Tag. Schön, dass ihr da seid. Bitte geht erstmal an die Rezeption und zahlt eure Tagesgebühr. Also, wir machen es nicht so.

In der Regel übernehmen wir die Kosten. Die meisten unserer Gäste wissen gar nichts von der Gebühr und mir wäre es unangenehm, sie darauf hinzuweisen. Wenn es sich unsere Gäste nicht aus der Hand nehmen ließen, wäre es für mich auch ok, aber generell zahlen wir dafür.

Nur unsere allerbesten Freunde übernachten mal bei uns auf dem Campingplatz und das sind auch die, für die ich liebend gerne die 20 Euro in die Hand nehme.

Allerdings muss ich auch nicht alle drei Tage für „irgendwelche“ Bekannte einen Grill-Aufriss machen, unseren nur spärlich stattfindenden und höchstheiligen Familienurlaub ( wir haben nur 14 gemeinsame Tage Urlaub im Jahr) unterbrechen und  Gästegebühr bezahlen, weil sie glauben, sie müssen mal etwas an der Ostsee entspannen – inklusive Familienanschluss und Fullservice.

Da gibt es natürlich auch die Leute die sagen, ich bezahle schon derart viel Pacht, da bin ich nicht bereit, auch noch zu bezahlen, wenn Gäste kommen. Klar, kann man machen. Und ich kann es sogar ein bisschen verstehen.

Allerdings zähle ich mich eher zu den pflichtbewussten Menschen.

Ich möchte nicht verschmitzt grinsend mit geducktem Kopf dem Platzwart begegnen und mich im Zweifel um Kopf und Kragen reden müssen. Die kennen doch sowieso ihre Pappenheimer und wissen ganz genau, wer Dauercamper ist und wer Gast ist. Nehme ich zumindest an.

Aber wie siehtst du das? Zahlst du für deine Gäste oder bittest du deine Gäste selbst zur Kasse? Oder zahlst du aus Prinzip nicht, du Lümmel? Was bezahlst du für Gäste?

 

 

 

 

 

 

 

 

1 Comment

  1. Kirstin
    31. Oktober 2018

    Erst mal zu deiner Seite.
    So etwas habe ich gesucht, von Camper zu Camper.
    Erfahrungen um nicht jedes Fettnäpchen mitzunehmen.
    Für ständige Fehlkäufe, ist Camping zu teuer.
    Nun zu deinem Post.
    Wenn ich einlade, dann sind es Gäste u. ich zahle die Gebühr und komme auch für das leibliche Wohl auf.
    Wenn sich Freunde, Bekannte selbst einladen, sollten sie auch bezahlen.
    Genau wie sie sich, an Speisen & Getränke beteiligen sollten.
    2018 war unsere erste volle Saison als Dauercamper.
    5 Wochen Sommerurlaub, davon 4 auf dem Campingpatz ( gute Arbeitgeber)
    Wir hatten 6x das Vergnügen, Besuch zu bekommen. (wo ist der genervte Smiley )
    Insgesamt 14 Personen
    Wenn wir mit Notlügen nicht gegengesteuert hätten, wäre noch mehr Besuch gekommen.
    Wie will man erklären, dass X kommen darf und Y nicht.
    Ich schreibe mich hier gerade in RAGE………für mich war es GENAU SO….. purer Stress.
    Ich fühlte mich unter Druck, war ständig am organisieren etc. u. ärgerte mich über die zusätzlichen Kosten.
    Und das ich meine Komfortzone verlassen musste.
    Und dann kommt der Besuch, setzt sich hin und bewegt sich nicht mehr, denn die kommen ja um zu entspannen 😉
    Männe u. ich am Wirbeln.
    Was wir daraus gelernt haben:
    Im Sommerurlaub wird es maximal 2 Termine geben, die werden wir vorgeben.
    Jeder bringt seine sieben Sachen mit: Vom Besteck über Tasse u. Teller, Stuhl, Fleisch u. kleiner Salat etc.
    das kann man ja besprechen.
    Sagt gleich dazu, dass auch andere Leute kommen, fertig.
    Da trennt sich bestimmt schon die Spreu vom Weizen 😉
    Ich kann nicht weiterschreiben, ich werde sonst ungerecht.
    Ich berichte dann, wie es 2019 war…………………..

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