Mittagspause auf Campingplätzen – ja oder nein?

Mittagspause auf dem Campingplatz. Wohl kein anderes Thema scheint so zu polarisieren, wie dieses. Na gut. Vielleicht noch bellende Hunde und gröhlende Kinder.

Eine „verordnete“ Mittagspause heißt im Klartext: Schranke zu. Man kommt mir dem Auto weder rein noch raus.

Die einen finden eine Mittagspause, beispielsweise zwischen 13 und 15 Uhr und meistens auch zwischen 22 Uhr und 6 oder 7 Uhr morgens, ein Relikt aus uralten Zeiten. Nicht mehr zeitgemäß. Viele fühlen sich bevormundet und in dem doch ansonsten so „freien“ Camperleben bevormundet.

Warum kann man nicht wann man will seinen teuer bezahlten Stellplatz verlassen? Ja, es stimmt, so eine geschlossene Schranke kann nerven.

Ich würde nach einer anstengenden Anfahrt als Reisecamper auch nicht zwei Stunden vor der Schranke hocken wollen, wie das Pferd mit einer Möhre vor der Nase. Wie ätzend und frustrierend muss das sein. Oder man kommt völlig abgehetzt an, weil man „noch schnell rein möchte“.

Auch wir als Dauercamper standen so manches mal mit einem halben Kofferraum gekühlter Lebensmittel vor der Schranke und dachten „Shit“.

Also, Ärmel hochgekrempelt und die ganzen Taschen in gleißender Hitze zur Parzelle geschleppt. Ich habe schon lauter gelacht.

Aber vielmehr hat es mich beunruhigt, als ich noch kleine Kinder hatte. Denn wir mussten nicht nur einmal ein in der Nacht vor Ohrenschmerzen schreiendes Kind ins Krankenhaus fahren. Dann macht die geschlossene Schranke nur noch nervöser.

Zwar gibt es an Schranken in der Regel einen Schalter, oder es gibt einen Nachtwächter, der einem die Schranke aufmacht. Dennoch: das alles kostet Zeit und Nerven, die in so einer Situation ja sowieso schon blank liegen.

Bei jedem Campingplatz auf dem wir waren, drei an der Zahl, war es dann auch eine meiner ersten Fragen. Wie komme ich hier raus, wenn die Schranke zu ist?

Und wo wir gerade bei Mittagsruhe und Kinder sind. Nein, es war nicht immer leicht für mich, meine ausgesprochen wilden Kinder zwei Stunden lang „ruhig zu halten“. Natürlich kann man mal eine halbe Stunde Karten spielen. Aber danach wurde es für mich  – je nach Temperament ders Kindes – ziemlich eng.

Irgendwann haben wir es uns zur Angewohnheit gemacht, gegen 13 Uhr Mittag zu essen und danach die Parzelle zu verlassen. Meist sind wir herunter zum Strand gegangen und haben uns dann eben bis minimum 15 Uhr dort aufgehalten.

Nun, das sind die Schattenseiten von verordneter Mittagsruhe und geschlossener Schranke.

Aber gibt es auch Vorteile bei einer geschlossenen Schranke?

Ja, ich denke schon.

Denn gleichermaßen mussten meine Kinder lernen, Rücksicht zu nehmen. So war die Mittagsruhe immer eine gute Steilvorlage meinen Kindern zu erklären, dass sie nicht der „Nabel der Welt“ sind.

Dass es ältere Herrschaften – oder Kinder – gibt, die eben gerne mal ein kleines Nickerchen machen wollen – und man bei einem so engen Miteinander einfach auch andere Bedürfnisse respektieren muss.

Und sind wir selbst nicht irgendwann „diese“ älteren Herrschaften, die sich mal einen Moment aufs Ohr hauen wollen? Man weiß es nicht, aber es ist zu bedenken.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich bin im Alltag sehr eng getaktet. Mit Job, Kindern, Haus, Dauercampingparzelle und zwei Blogs kann ich über Langeweile nicht klagen. Im Gegenteil. Freiwillig würde ich in der Tat keine Muße tun. Irgendwas ist doch immer.

Also bin ich insgeheim eigentlich ganz froh, dass mir einer im wahrsten Sinne des Wortes die Schranke vor der Nase zuschlägt. Mal nicht mähen, hämmern, saugen und und und. Nein, einfach mal Mittagspause machen.

Ein Luxusgut, was man in der heutigen Zeit ja gar nicht mehr kennt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass dann wirklich absolute Ruhe herrscht. Keine fahrenden Autos auf dem Campingplatz, kein geschäftiges Treiben, was einen ja nur allzu oft das schlechte Gewissen einjagt, doch eigentlich selber mal wieder was zu tun.

Keine laute Musik, keine – man möge es mir verzeihen – anreisenden, aufbauenden Reisecamper.

Insgesamt hat eben alles Licht und Schatten. Da man aber auf einem Campingplatz naturgemäß ziemlich eng aufeinander hockt, braucht es einfach ein Mindestmaß an Toleranz, Menschenliebe und Rücksichtnahme.

Und ja, man muss sich eben auch an Regeln halten, ob es einem nun passt oder nicht – aber das ist vielleicht die „Kröte, die man schlucken muss“.

Zu guter Letzt möchte ich euch noch das Ergebnis mitteilen, das bei meiner Umfrage zur Mittagspause auf meiner Facebookseite herausgekommen ist. Zwar ist sie nicht repräsentativ, gibt doch aber eine ungefähre Richtung an:

Folgende Auswahl habe ich gegeben:

Mittagsruhe ist super!

Mittagsruhe nervt!

37 Teilnehmer, davon haben 22 mit ja zur Mittagsruhe und 8 mit nein zur Mittagsruhe gestimmt.

Fazit:

Obwohl es auch nerven kann, sich die Mittagsruhe vorschreiben zu lassen, scheint sich der Löwenanteil FÜR die Mittagspause auszusprechen. Die Gründe sind da wahrscheinlich vielfältig. Ich für meinen Teil ärgere mich zwar manchmal darüber, habe aber mittlerweile auch meinen Frieden damit gefunden. Abschließend bleibt noch zu sagen, dass es natürlich auch Campingplätze gibt, die keine Schrankenzeiten haben. Vielleicht ist das dann eine Alternative für alle, die sich durch eine Schranke zu sehr eingeschränkt fühlen.

Wie siehst du das? Sind Schrankenzeiten ein Thema für dich?

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Tipp: Hier findest du meine Seite „Die schönsten Geschenke für Camper“.

 

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