Vorzelt-Umrandung bauen

Heute kommt mein versprochenes „making-of“ von dem Bau unserer Vorzelt-Umrandung. Du hast sowas bestimmt schon auf vielen anderen Dauercamping-Parzellen gesehen: Eine Vorzelt-Umrandung mit Kies gefüllt.

Es ist auch ein Bericht über mein Scheitern, an seine Grenzen kommen und dennoch den Mut nicht zu verlieren.

Aber was bringt überhaupt eine Vorzelt-Umrandung?

Zum einen dient es natürlich der Stabilität des Vorzelts, denn alles, was noch an „Zeltlappen“ da unten herumflattert, wird nun endgültg versenkt. Zum anderen hat ein Kiesbett einen Drainage-Effekt. Das kann nie verkehrt sein, insbesondere, wenn die Parzelle nicht die trockenste ist.

Für mich war dann noch wichtig, dass ich das Ding fertigstelle, bevor ich mit der Zuwegung anfange. Denn nachdem die Zuwegung – also eine Reihe mit Gehwegplatten um den Wohnwagen und das Vorzelt herum – steht, fängt man ja nicht innerwärts wieder mit der Buddelei an.

Zu guter Letzt sieht das Ganze dann auch etwas ordentlicher aus. Ich fasse zusammen:

Vorteile Vorzelt-Umrandung mit Kiesbett

  • Stabilität
  • Drainage
  • Aufgeräumtes Aussehen

Also packte mich vor einer guten Woche der fixe Plan, dass ich „mal eben“ alleine für einen Tag zum Campingplatz hochfahre, die knapp 800kg Material in den Einkaufswagen schubse und die Umrandung mal schnell fertig mache. Schließlich war gutes Wetter angesagt und das muss man doch nutzen.

Als ich diesen Plan meinem Mann eröffnete, lächelte er mich müde an. Heute verstehe ich auch, warum. Dazu später mehr.

Mein Mann kennt mich ziemlich lange und ziemlich gut, deswegen ersparte er sich wohl auch jegliche Einwände. Denn wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann lasse ich mich kaum davon abbringen. Vernunft ist manchmal nicht meine Stärke und Geduld schon gar nicht.

Also machte ich mich an einem Donnerstag-Nachmittag auf zum Baumarkt in der Nähe meines Campingplatzes.

16 Säcke a 25kg Kieselsteine wuchtete ich erst von der Palette vom Hagebaumarkt in den Einkaufswagen und dann nochmal vom Einkaufswagen ins Auto. Ich bin echt keine Pussy, aber da kam ich schon mal ins Japsen.

Die Säcke habe ich übrigens nicht alle in den Kofferraum geknallt, sondern in einer Lage übers ganze auseinandergeklappte Auto verteilt.

Ich bin dann also direkt zum Campingplatz gefahren und zwar mit Schweiß auf der Stirn. Ich hatte etwas Angst vor einem Achsenbruch oder anderen unschönen Sachen, schließlich hat man mit soviel Masse auch einen verlängerten Bremsweg.

Übrigens habe ich mich natürlich vorher im Internet grob schlau gemacht, wieviel Zuladung unser Auto verträgt. Das kann nicht schaden.

Auf dem Campingplatz angekommen, habe ich die 400kg nochmal in eine Schubkarre und von der Schubkarre auf die Parzelle gehievt.

Danach bin ich nochmal los und habe 13 Rasenkantensteine a 28kg aus dem Baumarkt geholt. Also wieder knapp 360kg geschleppt.

Da war es also, das arme, unschuldige Material. Den Abend habe ich dann noch mit einer lieben Bekannten bei einem Glas Rotwein ausklingen lassen.

Am nächsten morgen habe ich mit Maßband, einer langen Leine und Heringen erstmal meine zukünftige Umrandnung abgesteckt:

Abstecken mit Heringen (und Leine, nicht auf dem Bild)

Dann fing ich an zu graben. Etwa 30cm breit sollte meine Umrandung werden.

So nicht – lieber den kompletten Graben ziehen

Die ersten vier Rasenkantensteine hatte ich in dem Graben versenkt. Nun habe ich aber viele Fehler gemacht: ich habe mit einer Wasserwage gearbeitet. Das ist an sich keine schlechte Idee. Allerdings lag ich mit dem vierten Rasenkantenstein fast auf dem Boden auf.

Das Problem war, dass ich nicht berücksichtigt habe, dass wir ein leichtes Gefälle haben. Das heißt, die Steine waren gerade, aber die Parzelle schief.

Das kann natürlich nicht gutgehen. Also habe ich die vier Rasenkantensteine immer wieder rein und rausgewuchtet, um etwa parallel mit dem Gefälle zu bauen. Hinzu kam die Problematik, dass Nut und Feder der Rasenkanten-Steine passen mussten.

Der dritte Fehler war, dass ich zwar einen längeren Graben gebuddelt habe, aber jeden Stein erstmal einzeln eingebuddelt habe, wenn Nut und Feder von zwei Rasenkantensteine passten. Da man aber immer wieder feinjustieren musste, habe ich mir dadurch doppelte Arbeit gemacht.

Das hat nicht funktioniert – Projekt vorerst gescheitert

Um es kurz zu machen: gegen 13 Uhr waren meine Finger geschwollen, meine Knie rot und blau, ich schweißgebadet und lag in der sengenden Hitze buddelnd auf den Bauch, weil mir alles andere wehtat.

Mein Tipp: Mach das Projekt zu zweit.

Ich gestand mir frustriert ein, dass mein Vorhaben gescheitert ist. Da ich aber Optimist bin, habe ich mir gesagt, „hey, immerhin: das Material ist schon da.“.

Am darauffolgenden Wochenende, also vor drei Tagen, haben mein Mann und ich uns nochmal zusammen ans Werk gemacht: Wir haben erstmal komplett einen Graben gezogen, dann alle Rasenkantensteine hereingestellt und dort auch das Fine-Tuning vorgenommen, so dass Nut und Feder ok waren. Vielleicht nicht perfekt, aber ok.

Hier und da mussten wir mit etwas Sand unterfüttern, oder ein bisschen tiefer graben.

Wichtig ist auch, dass du in der Nut keinen Sand oder Erde hast, da Nut und Feder dann logischerweise nicht ineinander passen.

In relativ kurzer Zeit haben wir unsere Rasenkanten-Rand dann recht ordentlich hinbekommen. Wir haben alle Steine mit dem Aushub und Sand ordentlich festgemacht. Dann haben wir in unserer Umrandung Unkrautvlies hereingelegt und einige Kies-Steine zur Fixierung darauf gelegt.

Danach haben wir uns die ie 16 Säcke Kies gleichmäßig zurecht gelegt.

Nach der Pflicht kommt die Kür: Wir konnten zum „finale grande“ den Kies in die Kuhle hinein schütten. Die Menge an Kies habe ich übrigens vorher mit Hilfe des Kiesrechners bei Hornbach ermittelt.

Wir müssen aber noch ca. 4 Säcke Kies – also 100kg Kies – nachkaufen. Manche Stellen sind etwas dünn geworden. Dann haben wir insgesamt 500kg Kies verbaut.

Frontseite Vorzelt

 

Seite Vorzelt

Unsere Vorzelt-Umrandung ist ca. 13 Meter lang (Seiten ca. 3m / Front ca. 7m inkl. Ecken – bitte beachten!) einmal um das ganze Vorzelt herum x 30cm Breite. Ich habe Buntkies (Rheinkies) genommen mit einer Größe von 20-40mm. Im Baumarkt solltest du idealerweise darauf achten, dass du Säcke mit der gleichen Größe Kies nimmst. Es gibt zum Beispiel den Buntkies in verschiedenen Größen.

Ich kann dir gar nicht beschreiben, wie glücklich und erleichtert wir waren, als wir endlich mit diesem Projekt fertig waren. Es ist vielleicht nicht 100% perfekt, aber für Büro-Fuzies geht das für mich in Ordnung.

Ich bin alleine zwar erst kläglich gescheitert – aber es ist doch zum guten Ende gekommen. Man wächst ja mit seinen Aufgaben und hinterher ist man doppelt stolz!

Dieser Bericht soll auch andere Nicht-Handwerkern ermutigen,  sich was zuzutrauen. Es wird schon – ich drück die Daumen.

Vorher
Nachher

Werkzeug und Material für Vorzelt-Umrandung 13m x 30cm

Kosten gesamt: 156,50 Euro (plus Bier)

Tipps:

  • Besorge das Material am Vortag
  • Bedenke, dass du mehrere Fuhren machen musst, das kostet Zeit
  • Mach das Projekt mit zwei Personen, die Betonsteine sind für einen alleine zu schwer, weil man viel fein justieren muss
  • Ziehe zuerst einen Graben rundherum und nicht wie ich, stückweise
  • Nimm Unkrautvlies, damit du Folgearbeit vermeidest
  • Achte auf die gleiche Kies-Größe

Fazit:

Ich bin am Anfang fast verzweifelt an dem Projekt. Wenn man die schweren Materialien nimmt, sollte man von Anfang an zu zweit arbeiten. Wenn du alleine bist, denke über ein leichteres Material ohne Nut und Feder nach, wie etwa Holzpalisaden. Besorge die Materialien unbedingt am Vortag. Als Camper hast du zum bauen in der Regel nur den Samstag – dafür musst du den Tag nutzen. Sei stolz, wenn du es geschafft hast und feiere dich.

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Hast du schon mal eine Vorzelt-Umrandung gebaut? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

 

 

 

 

 

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