Warum ist Campen so beliebt?

In letzter Zeit kursiert eine Infografik im Internet. Es geht um die Beweggründe zu campen. Hier wurden eigentlich Reisecamper befragt, dennoch dürften die Gründe denen der Dauercamper ganz ähnlich sein.

Infografik: Deutsche Camper lockt die Nähe zur Natur | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Basis

Befragt wurden 1003 Teilnehmer online im Juni 2017. Mehrfachnennungen waren möglich.  Quelle: you gov.

Mit 68% steht besonders die Nähe zur Natur beim Camping in der Gunst der Befragten. Aber auch monetäre Gründe spielen bei fast der Hälfte der Befragten eine zentrale Rolle. Ich möchte in diesem Bericht näher auf die Punkte eingehen, insbesondere vor dem Hintergrund des Dauercampings.

Nähe zur Natur

Ja. Das dürfte wohl auch einer meiner Hauptgründe sein, dass ich zum Dauercampen gekommen bin. Ich glaube, es ist dabei auch ganz egal, wo seine „Finca“ steht.

In der Regel sind die Campingplätzen im „Grünen“.  So richtig launig wäre es wohl auch nicht, in München, Berlin oder Hamburg mitten in der Innentstadt zu campen. Wir stehen ja an der Ostsee und tatsächlich genieße ich die frische Meeresluft, die Weite des Landes, die Felder, einfach die Natur.

Flexibilität

Ich denke, da sind wir Dauercamper in punkto wechselnde Urlaubs-Destinationen eher raus. Dennoch haben auch wir Dauercamper Flexibilität: Wir können nämlich wann immer wir wollen zu unserem Campingplatz fahren. Ohne vorherige Buchung. Und alles ist schon da – verrückt!

Und wenn es tagelang Starkregen gibt, dann packen wir einfach unser Täschchen und fahren nach Hause. Ohne Stornierung. Ohne Zahlung. Ohne Frust. Hach, sind wir flexibel.

Günstiger als Luxushotels

Grundsätzlich hinkt hier für mich der Vergleich. Objektiv betrachtet bietet ein Luxushotel natürlich auch mehr Leistungen an, als ein Campingplatz. Güldene Wasserhähne, Whirpool-Wanne, Zimmerservice. Na logisch ist das teurer.

Aber ich sage mal so: Wenn ich der Hauptsaison mit vier Personen zwei Wochen nach Malle fliege, bin ich vermutlich mit etwa 4000.- Euro dabei. Und das ist dann noch lange kein Luxushotel. Also eigentlich müsste es heißen: Günstiger als ein alternativer Urlaub im Hotel.

Unterm Strich fährt man mit der Jahrespacht eines Dauercampingplatzes – und wir liegen mit über 1800.- Euro ohnehin im oberen Bereich (siehe hierzu auch mein Bericht „Was kostet ein Dauercampingplatz“ ) – generell günstiger. Man darf ja nicht vergessen, dass man auch an den Wochenenden hinfahren kann. Müsste man die Unterkunft in entsprechenden Herbergen bezahlen, dann würden zusätzlich ein paar Hundert Euro im Jahr zusammen kommen.

Entschleunigung / einfaches Leben

Diesen Punkt kann ich voll und ganz unterstreichen. Ich bin leider ohnehin kein Mensch, der „in sich ruht“. Ich neige zur Hochtourigkeit, wenngleich man mir das nicht unbedingt anmerkt.

Nirgendwo kann ich aber besser entschleunigen, als auf dem Campingplatz. Es ist ein bisschen wie ankommen und man selbst sein dürfen. Die Uhren ticken anders. Ich habe mehr Muße, Zeit und Ruhe. Ich vergesse den Alltag, kann besser auf die Kinder eingehen, führe bessere und längere Gespräche mit meinem Mann. Ich führe überhaupt Gespräche mit meinem Mann. Natürlich liegt das auch daran, dass man die eigene Bude und die damit einhergehende Arbeit nicht um sich herum hat.

Einfaches Leben – nunja. Wir haben es uns schon recht muckelig gemacht. Ich denke, dass Reisecamper diesen Beweggrund deutlicher merken als wir Dauercamper. Dennoch ist es doch schon ein gewisser – sagen wir – „einfaches-Leben-Thrill“, mit gemütlicher Hose zum Waschhaus zu schlurfen, das Leben nicht so ernst zu nehmen, mal lang hängen zu lassen. Vielleicht auch nicht den Erwartungen der Gesellschaft entsprechen zu müssen.

Abenteuer

Auf so manches „Abenteuer“ wie winterlicher Wasserrohrbruch, knöcheltief über die nasse Parzelle zu latschen und leere Gasflaschen während man kocht, kann ich gut verzichten.

Dennoch: wenn wir Fahrradtouren oder lange Wanderungen machen, wir in der Ostsee nach Krebsen keschern oder Boule spielen, dann ist das schon manchmal ganz abenteuerlich. Sagen wir: es sind die „Abenteuer des kleinen Mannes“.

Abgeschiedenheit

Abgeschiedenheit ist ja auch Interpretationssache. Generell sind Campingplätze für meinen Geschmack nicht gerade Orte, die ich unter „Abgeschiedenheit“ verbuchen würde. Parzellen sind auf Campingplätzen  doch eher eng an eng. Und das betrifft Reisecamper wie Dauercamper gleichermaßen.

Allerdings empfinde ich gerade diese Mischung von „man kann seine Ruhe haben“ und „man kann mal mit den Nachbarn schnacken“ als besonders attraktiv. Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich bin eher ein kommunikativer Typ, ein Herdentier.  Mir würde völlige Abgeschiedenheit gar nicht lange guttun. Dafür fühle ich mich von anderen Menschen viel zu sehr inspiriert. Wenn man aber will, kann man auch einfach mal unter sich sein.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ein komplexes Thema. Sicherlich ist es nachhaltiger, mit dem Wohnwagen irgendwo hinzufahren oder mit dem Auto zum Dauercampingplatz zu fahren, als mit dem Flugzeug jede Menge Kerosin in die Luft zu blastern.

Das ist aber generell der Fall, wenn man in heimischen Gefilden Urlaub macht und hat mir Camping an sich wenig zu tun.

Gehen wir mal von der Situation aus, dass Nachhaltigkeit im ökologischen Sinne gemeint ist, dann ist es sicherlich ressourcenschonender, 3 Minuten mit Münzen zu duschen, als 15 Minuten unter der heimischen Dusche zu stehen.

Man geht vielleicht bewusster mit Müll um, verbraucht weniger Strom etc. Dennoch würde mir Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Camping eigentlich als eines der ersten Dinge in den Sinn kommen. Wie siehst du das?

Was sind deine Gründe, zu campen? Ich freue mich über Kommentare!

 

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