Was kostet ein Dauercampingplatz?

Was kostet eigentlich die Pacht für einen Dauercampingplatz, fragt sich wahrscheinlich so mancher, der mit dem Gedanken spielt, sich einen festen Dauercampingplatz anzuschaffen. Heute geht es um die Kosten für einen Dauercampingplatz.

Gegenfrage: was kostet eigentlich eine Bohrmaschine?

Was ich damit sagen will, ist: pauschal kann man die Frage nicht beantworten.

Viele verschiedene Faktoren spielen mit herein. Am Ende des Berichts werde ich dir unsere derzeitigen Kosten auflisten.

Eins vorab: Eine ganz billige Angelegenheit ist Dauercamping nicht mehr. Denn neben der Pacht existiert schlichtweg ein zweiter Hausstand. Der verursacht Kosten. Daneben solltest du finanziell auch so viel Luft haben, dass du die regelmäßigen Tankfüllungen für die Fahrten im Sommer mit einem verkniffenen Lächeln bezahlen kannst.

Lage

Natürlich ist es ein Preisunterschied, ob du einen Dauercampingplatz an der Ostsee, in der ersten Reihe am Bodensee oder in der von weniger Infrastruktur geprägten Uckermark hast.

Klassifizierung

Der ADAC zum Beispiel klassifiziert Campingplätze nach einem ellenlangen Kriterienkatalog wie etwa Lage, Angebot und Sauberkeit – dies kann schon ein Indikator für die Platzwahl sein – ihr findet in Deutschland Dauercampingplätze bis 5*.

Preis-Struktur der Campingplätze

Je nach Campingplatz werden die Kosten unterschiedlich erhoben. Generell zahlt man eine Grundpacht (zum Beispiel für 100qm) , in der Kinder bis 18 Jahre enthalten sind. Eine pro Quadratmeter-Pauschale für Übergrößen-Plätze, den Zuwasseranschluss, Wasser entweder pauschal oder nach Verbrauch, Strom nach Verbrauch, Hund extra und und und. Wir mussten sogar schon mal dafür zahlen, dass wir einen Schuppen hinstellen, obwohl die reguläre Pacht bezahlt war.

Angebot und Nachfrage

Dauercamping boomt derzeit. Unruhen in anderen Ländern, der steigende Komfort auf Campingplätzen und nicht zuletzt die Beliebtheit des Urlaubs in der Heimat – derzeit einen Dauercampingplatz in attraktiver Lage zu finden, lassen sich die Platzbetreiber bezahlen.

Die Wahl des richtigen Campingplatzes

Deine persönlichen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten sind für die Entscheidung für einen Dauercampingplatz wichtig. Zudem sollte der Platz unbedingt zu deinen Lebensumständen passen.
Wo möchtest du sein und was brauchst du, um zufrieden zu sein? Hast du Kinder, hast du einen Hund, bist du Rentner und verbringst die ganze Saison auf dem Campingplatz? Suchst du eher Ruhe, um dich vom Arbeitsalltag zu erholen? Geht nichts ohne Restaurant auf dem Platz, weil du ein Kochmuffel bist? Fährst du viel Fahrrad und brauchst eine coole Umgebung, um deinem Hobby nachzugehen? Du siehst, man kann die Liste unendlich weiterführen. Gehe also erstmal in dich. Das Bauchgefühl darf gerne mitentscheiden.

Exemplarisch nehme ich uns, denn wir wissen mittlerweile genau, was wir brauchen.

Das brauchen wir auf einem Dauercampingplatz:

  • Wir sind wahre Wasserratten, ob schwimmen, Tretboot fahren oder stundenlang mit dem Kescher im Wasser herumgurken – wir sind dabei.
  • Wir fahren gerne Fahrrad, und brauchen eine Umgebung, in der man prima radeln kann.
  • Ich koche sehr gerne, am liebsten spontan, aber wir gehen auch gerne essen.
  • Wir haben zwei lebhafte Kinder, die einen vernünftigen Spielplatz und am liebsten Animation nutzen möchten. Attraktive Ausflugsziele – insbesondere für die ganze Familie – wären topp.
  • Ab und zu gehen wir shoppen, kaufen Bücher, trinken Käffchen.
  • Nette Nachbarn um uns wären toll, wir genießen aber ebenso unsere wenige, gemeinsame Familienzeit.
  • Unseren Wohnwagen möchten wir an die Kanalisation anschließen.
  • Wir haben gerne Ruhe, aber dennoch die Möglichkeit, die Lebhaftigkeit des Campingplatzes zu genießen.

 

Soweit die Wunschliste.

Das haben wir

Wir stehen auf einem sehr großen 4,5 Sterne Dauercampingplatz an der Ostsee. So können wir unsere Liebe zum Wasser austoben. Durch die Größe des Campingplatzes ist immer was los – ein riesengroßer Spielplatz und ein Animationsprogramm machen die Kinder glücklich, und wir haben mal Zeit für uns. Ein recht gut sortierter Einkaufsladen ermöglicht uns unsere spontanen Koch-Ideen umzusetzen. Wenn wir am Freitagabend spät erst ankommen, dann freuen wir uns, essen zu gehen und ein kühles Bier bei der vorhandenen Gastronomie einzuatmen. Unsere Dauercamping-Parzelle liegt eher im Outback des Campingplatzes, allerdings sind die Hotspots in wenigen Minuten zu erreichen. Die Nähe zu Kappeln und Eckernförde ermöglicht uns bei schlechtem Wetter auch mal Indoor-Aktivitäten wie etwa Kino.

Unsere Parzelle hat 157 qm (was für einen Dauercampingplatz an der Ostsee schon ziemlich großzügig ist) und folgende Kosten müssen wir stemmen:

Grundpacht für 120qm = 1050 Euro
Übergrößenzuschlag: 275 Euro
Pro Person 48.- Euro = 192 Euro
Wasseranschluss: 42 Euro
Stromgrundgebühr: 52 Euro
Abwasseranschluss: 80 Euro
Duschpauschale: 42 Euro (keine Münzen mehr nötig)
Wohnwagen über Winter stehenlassen: 90.- Euro

SUMME: 1823 Euro

Fazit:

Dauercamping ist nicht mehr so günstig, wie manche glauben. Dennoch: Eine Familie mit Kindern zahlt in Summe immer noch weniger auf einem Dauercampingplatz, den sie den ganzen Sommer nutzen, als für zwei Wochen Mallorca in den Sommerferien. Rentner haben die Möglichkeit, die ganze Saison dort zu bleiben, und zwar günstiger als woanders. Viele Familien pachten sich sogar eine Dauercampingparzelle und verbringen lediglich die Ferien dort.

Wieviel bezahlst du für eine Dauercamping-Parzelle?

Tipp: Kennst du schon meine Seite die schönsten Geschenke für Camper? Ich aktualisiere regelmäßig.

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6 Comments

  1. Yasmine Ruff
    24. Juni 2018

    Hallo liebe Caren,
    genau die Seite, die ich suchte. Ich spiele mit dem Gedanken ein festes Campingziel mit Wohnwagen einzurichten. Sind die von dir angegebenen Kosten pro Jahr gedacht? Was mir nicht klar ist, muss man wenn man diese Pachtgebühren und alles drum herum entrichtet, dann auch noch bei jedem Besuch pro Nase bezahlen oder ist das in der geringen Pauschale mit drin? Ostsee wäre echt toll, alle Ferien……. ich habe noch gar nichts. Sollte ich nach Parzelle mit vorhandenem Wohnwagen gucken oder selbst alles organisieren. Wie habt ihr angefangen? Viele Grüße Yasmine

    Antworten
    1. Hallo liebe Yasmine, vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, die angegebenen Kosten sind pro Jahr, wobei man bedenken muss, dass zum Beispiel auf unserem Campingplatz die Saison nur von Ostern bis Oktober anhält. Danach wird das Wasser abgestellt. In der Regel ist in der Pacht die Personengebühr enthalten. Kinder unter einem bestimmten Alter sind frei. Hierzu muss man den jeweiligen Pachtvertrag prüfen, da praktisch jeder Campingplatz unterschiedlich sein kann. Einige Campingplätze erheben Tagesgebühren für Gäste, also, wenn uns zum Beispiel Freunde besuchen, müssen wir diese an der Rezeption anmelden und eine Pauschale entrichten (um die 4 Euro pro Erwachsener, 2 Euro pro Kind je nach Saison). Anfangen würde ich (so haben wir es zumindest gemacht) mit einer fertigen, gebrauchten Parzelle mit allem drum und dran. Aktuell bauen wir ja alles neu auf, was sowohl an Aufwand als auch an Kosten nicht unterschätzt werden sollte. Ich hoffe, ich konnte helfen. Lass mich gerne wissen, ob du auf der Suche nach einer Parzelle erfolgreich warst! Ich drück die Daumen! Caren

      Antworten
  2. s. p.
    13. Juli 2019

    Hallo….
    ich habe einen jahrespachtvertrag auf einem Campingplatz….
    nun will man den Pachtzins bereits am 1.10. bezahlt haben….. muss man sich daran halten?

    Antworten
    1. Bei unseren bisherigen Campingplätzen mussten wir jeweils per 01.10. eine Abschlagszahlung geleistet werden, also etwa 600 Euro vorab für die kommende Saison, Rest dann zum Saisonbeginn. Ist das bei euch denn eine Änderungsklausel? Liebe Grüße Caren

      Antworten
      1. Sallllllllly
        31. Juli 2019

        Hallo Caren,
        meine Familie und ich sind ebenfalls Dauercamper an der Ostsee. Wir haben vor einigen Jahren mit der Ausrüstung meiner Eltern begonnen. Die haben uns die komplette Ausrüstung von Wohnwagen mit Vorzelt über Geschirr bis zum Rasenmäher überlassen. Wir hatten also sehr geringe Startkosten. Das Dauercamping finden wir wunderbar, aber es ist wirklich nicht günstig. Man sollte die Kosten nicht unterschätzen. Neben unserer Pacht (inkl. Strom und Wasser- beides nach Verbrauch) zahlen wir ca. € 1.400. Dazu kommt die Kurtaxe für zwei Erwachsene (zum Teil ja auch Zweitwohnsitzsteuer), welche von der Kommune jährlich veranschlagt wird. Dann wie du geschrieben hast: ganz schön viel Spritgeld und das, obwohl wir keine 100km Anreise haben. Und nicht zu vergessen ein Stellplatz muss in Schuss gehalten werden. Da fallen jährlich schon ca. €200-300 an. (Darin sind Spezialkleber für Vorzelte, Luftentfeuchter, Pflanzen, Rasensaat, Gehweg-Platten, Reinigungsmittel etc enthalten. Auch muss man einfach damit rechnen, dass man Neuanschaffungen hat, weil über den Winter sich Schimmel an Stellen breit gemacht hat, wo es sich nicht beseitigen lässt oder Mäuse Quartier im Vorzelt bezogen haben. Frostschäden kann man gut kontrollieren, aber jeder vergisst mal etwas…) Und alle paar Jahre muss man mal mehr investieren in Zelt oder in unserem Fall in unser eigenes Toilettenhäuschen. Da kommen dann schnell mal € 1.500-2.000 zusammen.
        Wir sind im Vergleich zu unseren Camping-Nachbarn noch low-budget unterwegs…Nichtsdestotrotz Dauercamping ist mit Kindern eine tolle Sache.

        Antworten
        1. Ja, das hast du toll zusammen gefasst. Ich sehe es genauso, günstig ist Dauercamping nicht. Wir haben auch immer mal wieder Neuanschaffungen oder die Parzelle will gepflegt werden, man möchte neue Blumen haben und und und. Viele Grüße Caren

          Antworten

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