Wie baut man einen Vorzeltboden für Dauercamping?

Heute möchte ich mich mit dem Thema „Wie baut man einen Vorzeltboden den für Dauercampingplatz“  beschäftigen.

Ja, wie baut man eigentlich einen Vorzeltboden? Gute Frage, oder?

Eins vorab: Der Bericht hier spiegelt meine perönliche Erfahrung wider und soll und kann keine allgemeingültige Lösung für jeden darstellen. Ich gehe außerdem von keinem festen Vorzelt, sondern von einem PVC Dauervorzelt aus.

Für mich persönlich bedeutet der Vorzeltboden eine neuralgische Stelle, das Herz-Stück der Parzellen-Gestaltung. Denn ohne Vorzeltboden kein Vorzelt, ohne Vorzelt keine Vorzelteinrichtung.
Schließlich bildet das Vorzelt in den meisten Fällen den Haupt-Aufenthaltsraum des Dauercampinglebens (sofern man nicht draußen ist).

Hier wird gegessen, gekocht, gemütlich gesessen, gespielt und manchmal auch Fernsehen geguckt. Ohne Vorzeltboden kann man also weder eine Küche noch eine vernünftige und trockene Sitzgelegenheit einbauen.

Der Wohnwagen hingegen dient dann ja doch eher als reine Schlafgelegenheit.
Aber wie fängt man an? Schließlich ist nicht jeder Camper automatisch ein Handwerker.
Glaub mir, ich habe mir zu diesem Thema einen Wolf recherchiert.
Viele Falschinformationen und Mythen ranken sich um den Vorzeltbodenbau.
Ich möchte dir heute erzählen, wie wir den Vorzeltboden für unseren Dauercampingplatz gebaut haben.
Es mag andere Varianten geben, aber wir sind absolut überzeugt von unserem Boden und bisher hält er auch top.

Erst das Vorzelt oder erst der Boden?

Entgegen der allgemeinen Meinung, dass man erst den Boden und dann das Zelt aufbaut, wird es genau anders herum gemacht: Erst wird das Vorzelt aufgebaut, dann der Vorzeltboden hereingebaut.
Das ist übrigens nicht nur meine persönliche Meinung, sondern eine ganz klare Empfehlung eines Mitarbeiters von der Firma Brand-Zelte, mit dem ich mal einen Email-Verkehr hinsichtlich Vorzelt-Aufbaus hatte.
Der Grund wird schnell klar: Man muss einfach passgenau arbeiten und das kann man eben erst, wenn das Zelt aufgebaut ist. Man baut den Vorzeltboden also in das Vorzelt hinein.
Natürlich ist der Vorzeltaufbau zunächst provisorisch und man muss hinterher immer wieder nachjustieren. Im Grunde reicht es erstmal, das Gestänge aufzubauen.

Wie baut man einen Vorzeltboden?

Es gibt die Dauercamper, die fest davon überzeugt sind, dass man erstmal einen halben Meter Aushub mit einem Minibagger machen muss und die „Grube“ danach mit groben und feinen Kies auffüllen muss.
Das drainiert die ganze Geschichte.
Danach wird das der Kies mit der Rüttelplatte verdichtet. Dann kommt noch Sand herauf, Platten, und darauf die Balken-Konstruktion.
Klar kann man das machen. Und ja, das hält wahrscheinlich auch 80 Jahre.
Aber alleine wenn ich das lese, komme ich schon an meine Grenzen.
Ich bin keineswegs  Handwerkerin von Beruf. Außerdem bin ich berufstätig und habe Familie. Ich habe schlichtweg keinen blassen Schimmer von Erdhubarbeiten. Vor allem habe ich eines nicht: Zeit für solche aufwändige Arbeit.

Es muss auch eine schlankere Lösung geben!

Mein Vorzeltboden muss gar nicht ewig halten. Wenn der Vorzeltboden 10 Jahre hält, dann ist das ausreichend.  Denn dann muss ohnehin ein neues Vorzelt her – und möglicherweise ein neuer Vorzeltboden.
Das soll nicht heißen, dass ich jeden Kompromiss eingehe.
So war es für mich zu keinem  Zeitpunkt eine Option, Gehwegplatten auf den Boden zu schmeißen und  darüber einen Teppich zu legen. So lauetete nämlich ein Angebot, das uns ein Handwerker gemacht hat.
Übrigens für 700.- Euro.
Er meinte, es sei doch kein Problem, jedes Jahr einmal den – möglicherweise feuchten – Teppich auszutauschen. Doch. Das ist ein Problem. Denn das A und O beim Bau eines Vorzeltbodens ist, dass die Luftzirkulation unbedingt gewährleistet werden muss. Von Umweltschutz und Nachhaltigkeit will ich gar nicht erst anfangen.

Aufbau Vorzeltboden für Dauercamping

Zunächst haben wir provisorisch unser Vorzelt aufgebaut. So konnten wir genau messen, wie groß der Vorzeltboden sein muss.
Dann haben wir in Abständen von etwa 50cm Gehweg-Platten (50×50) gelegt. Diese haben wir mit etwa einer Spatentiefe Sand unterfüttert, damit die Platten und somit der ganze Boden nicht absackt. Man kann die Plattten auch ganzflächig legen, oftmals wird dazu geraten.
Darauf kommt die Holzbalken-Konstruktion: Wir haben eine Vorzeltbreite von etwa 6,40m. Die Vorzelttiefe beträgt c. 2,80cm. Wir haben für den hinteren und den vorderen Rahmen durchgängige Balken genommen. Wir haben 7m-Balken bestellt und uns diese dann zurecht gesägt.
Beachte bitte, dass wenn du eine ähnliche Länge benötigst, diese Länge ein Sonderzuschnitt ist und du eine längere Lieferfrist einkalkulieren musst. Die restlichen Balken haben wir in einer 6m Länge genommen und uns zurecht gesägt. Die Kanthölzer sind tauchimprägniert.

Als nächstes brauchst du sogenannte Balkenschuhe. Balkenschuhe dienen dazu, die Holzbalken miteinander zu verbinden und sie gleichzeitig zu stabilisieren.

Am besten schaust du VORHER im Baumarkt, ob du die passenden Balkenschuhe für die Maße deiner Kanthölzer bekommst. So haben wir uns für Kanthölzer in der Größe 8x10cm entschieden.
Ein Fehler, wie sich später herausstellte. Denn nachdem das ganze Holz auf unserer Parzelle lag, haben wir ums Verrecken keine passenden Balkenschuhe bekommen.

Ich habe um die 20 Baumärkte angerufen, nirgendwo gab es passende Balkenschuhe. Mist.

Bevor ihr nun die Balkenkonstruktion baust, denke an eine Feuchtigkeitssperre. Damit das Holz von der Bodenfeuchtigkeit nicht vermodert, legst du ein Stück Dachpappe – unverwüstlich und günstig – zwischen Gehwegplatte und Holzbalken. Von weiteren Feuchtigkeitssperren oder gar Folien halte ich nichts. Die Luft unter dem Boden sollte unbedingt zirkulieren können.

Zunächst baut man den Außenrahmen. Danach kommen in regelmäßigen Abständen Querbalken.  Auf den Querbalken sollen sich mittig die – in unserem Fall – OSB Platten treffen, um sie darauf zu verschrauben. Am besten machst du dir hierzu vorher einen Plan.
Wenn die ganze Balkenkonstruktion steht – am besten verstärkst du den häufig frequentierten Eingangsbereich und dort, wo voraussichtlich schwere Teile stehen werde (zum Beispiel Küchenmöbel). Diese werden ebenfalls mit Balkenschuhen oder einem Winkel befestigt.
Das Gröbste wäre geschafft! Jetzt machst du dir erstmal ein kühles Pils auf.
Nun kommt der eigentliche Boden. Hier hast du die Qual der Wahl: Entweder nimmst du OSB-Platten, die sind günstig, biegefester als herkömmliche Spanplatten und hoch belastbar. Wir haben 3m lange und 1,25m breite OSB Platten genommen.
Es gibt sie in verschiedenen Stärken. Wir haben 22mm-Platten verbaut. Wenn du nicht weißt, wohin mit deinem ganzen Geld, kannst du auch die hochwertigeren und haltbareren Siebdruckplatten nehmen.
Die Platten deiner Wahl kannst du jetzt auf die Balken-Konstruktion schrauben. Das geht relativ schnell und  unproblematisch. Wenn dein Schätzchen steht, müssen die Vorzeltstangen auf den Boden geschraubt werden. Wir haben die Zeltstangen nach dem verlegen des Teppichs verschraubt.
Klingt easy, man darf den Arbeits- und vor allem den Zeitaufwand nicht unterschätzen. Jetzt kommt es nämlich darauf an, die Stangen ordentlich auszurichten, immer wieder musst du feinjustieren und sehen, dass das Dach und die Wänder des Vorzelts gut stehen. Am besten macht man das zu zweit, besser noch zu dritt – sechs Augen sehen mehr als zwei.
So, fertig ist der Vorzeltboden. Ein kleiner Tipp für den Teppich: Man hat uns angeraten, einen Rasenteppich zu legen, weil dieser robuster und atmungsaktiver als beispielsweise PVC ist. Ich kann das nur empfehlen.
Heutzutage gibt es nicht nur diese fiesen grünen Borsten-Teile. Es gibt auch ganz muckelige graue oder braune Varianten. Sie sind an der Unterseite genoppt, sehr robust und sehen auch gut aus. Nachteil: Sie lassen sich relativ schwer saugen. Wir haben diesen hier gekauft. Wir haben alle unsere Materialien bei Hagebau bestellt.
Meist hat jeder Baumarkt einen angegliederten Baustoffhandel für`s Grobe.

Aufgrund des Interesses, wie man die Zeltstangen im Boden verschraubt, habe ich hier nochmal ein Foto für dich zur Veranschaulichung geschossen:

Was kostet das Material für einen Vorzeltboden?

Was das Material für einen Vorzeltboden kostet, hängt natürlich von der Vorzeltgröße ab. In Summe haben wir für ein ca. 6,40m großes Vorzelt mit einer Tiefe von 2,80 Euro inklusive Teppich ca. 545.- Euro ausgegeben:

  • OSB Platten: 150.- Euro
  • Kanthölzer: 140.- Euro
  • Kubikmeter Sand: 25.- Euro
  • Balkenschuhe, Dachpappe  und Winkel: um 70.- Euro
  • Gehwegplatten
  • Teppich: 160.- Euro

Fazit:

Mir stand der Vorzeltboden-Bau ganz schön bevor. Mit zwei oder vier helfenden Händen steigt aber nicht nur die Stimmung, sondern man hat zusammen auch mehr Ideen. Dennoch bedarf es im Vorfeld einiger Überlegungen. Denke rechtzeitig an das benötigte Material, miss die Breite des geplanten Bodens aus und mache am besten eine Skizze.  Ich wünsche dir viel Erfolg – und lass den Perfektionismus keine Oberhand gewinnen.
Wie hast du deinen Vorzeltboden für deinen Dauercampingplatz gebaut?

Tipp: Kennst du schon meine Seite die schönsten Geschenke für Camper? Ich aktualisiere regelmäßig.

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13 Comments

  1. Ralph
    22. Februar 2018

    Hallo, vielen Dank für die tolle Anleitung! Da werde ich mich zum Saisonbeginn gleich mal dran orientieren. Zwei Fragen bleiben offen: In deiner Materialaufstellung fehlen die Gehwegplatten, was haben die gekostet? Und wie hast du die Balkenschuhe verwendet, oder handelt es sich hierbei nur um Winkel, die übers Eck die Balken miteinander verbinden? Gruß Ralph

    Antworten
    1. Caren TuL
      23. Februar 2018

      Hallo Ralph, danke für deinen Kommentar. Die Balkenschuhe sind keine Winkel. Sie verbinden die Querträger mit dem Rahmen und dienen als Verbindungsteil und gleichzeitig der Stabilisierung der Gesamtkonstruktion. Die Balkenschuhe umfassend das Balkenende komplett, im Gegesantz zum Winkel. Du hast recht, ich habe die Gehwegplatten nicht mit aufgeführt. In der verwendeten Größe 50×50 kosten sie zum Beispiel bei Hagebau neu etwa 2,80 das Stück. Oft hat der Campingplatz aber auch gebrauchte, die man für etwa 1.- Euro bekommt. Das wäre für einen Unterbodenbau ja völlig ausreichend. Wir haben etwa 30 Stück verbaut. Gruß, Caren

      Antworten
  2. Udo Gemander
    27. März 2018

    Deine Anleitung ist prima. Besten Dank dafür. Ich habe aber auch noch zwei Fragen:
    „müssen die Vorzeltstangen auf den Boden geschraubt werden.“ Auf den Holzboden, die Balken oder den Untergrund ( Steinplatten)?
    Habt ihr die Steinplatten vollflächig verlegt?

    Antworten
    1. Caren TuL
      27. März 2018

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Die Zeltstangen schraubst du ja am Rande des Bodens ein, dass heißt auf die OSB Platten, worunter am Rand letztlich auch die stabilisierende Holzbalkenkonstruktion ist. Wir haben Steinplatten nicht vollflächig verlegt, sondern im Abstand von ca. 30cm. Gruß Caren

      Antworten
  3. Thomas Banse
    15. Mai 2018

    Hallo,

    Toller Beitrag.
    Warum keine Folie durchgehend zwischen Betonplatten und Balken? Ich hätte Angst, das Bodenfeuchte an den OSB-Platten kondensiert und schimmelt oder auftretende Wülmäuse den Boden an die Platten drücken.

    Liebe Grüße Thomas

    Antworten
    1. Hallo Thomas, grundsätzlich kann man das sicherlich auch mit einer Folie lösen. Ich bin allerdings kein Freund von Folien, weil ich denke, die Luft zirkuliert besser ohne Folie. Herzliche Grüße Caren

      Antworten
  4. M. Kunz
    17. Mai 2018

    Hallo,
    tolle und vor allem gut erklärte Anleitung.
    Eine Frage noch zu dem „Anschrauben der Zeltstangen“ auf dem Boden.
    Sind das spezielle Stangen mit einem besonderen Endstück oder wie muss ich mir das vorstellen?

    Antworten
    1. Hallo, die Antwort hat etwas länger gedauert, weil ich dir zur Veranschaulichung noch ein Bild zeigen wollte. Da ich es nicht in den Kommentar einfügen kann, habe ich das Bild im Bericht integriert. Schau es dir einfach mal an. Ich hoffe, ich konnte helfen. Viele Grüße Caren

      Antworten
  5. Walter
    22. Februar 2019

    Das ist ja Super, habe ein Zelt gekauft und mir den Kopf zermartert über “ erst Zelt dann Boden oder erst Boden dann Zelt “ dann habe ich deine Info gelesen … SPITZE. Jetzt kanns los gehen, Danke.

    Walter

    Antworten
    1. Caren von Dauercamper.info
      22. Februar 2019

      Hallo Walter, ich freue mich, wenn mein Bericht dir etwas weitergeholfen hat! Viel Erfolg beim Aufbau! Gruß, Caren

      Antworten
  6. Petra
    25. März 2019

    Hallo müssen die Lappen vom Vorzelt unter den Holzboden nach innen oder nach außen gelegt werden. Wir sind Dauercamper und das Vorzelt hat nur einen Lappen unten am Ende.
    Gruß Petra

    Antworten
    1. Hallo Petra, wie haben die Lappen nach außen gelegt. Viele Grüße Caren

      Antworten
      1. Petra
        25. März 2019

        Ok
        Danke Caren, dann probieren wir das auch mal so. Ist auch einfacher als nach innen denke ich.

        Antworten

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