Wie wird man Dauercamper?

Was issn das für `ne Frage? Man geht halt hin und pachtet ´ne Parzelle.

Naja, so einfach ist es nicht. Du kannst mir aber eines glauben: ich bin nullkommanull nix, niente, nada, überhaupt gar kein Camperkind. Niemals gewesen. Ich bin auch wie die Jungfrau zum Kinde zum Dauercamping gekommen. Was ich damit sagen will: Man muss nicht der „geborene Camper“ sein, um Dauercamper zu werden, oder gar Erfahrungen damit haben.

Meine Mutter hättest du nicht mal in der Zwangsjacke auf den Campingplatz bekommen. Und der Kommentar meines Bruders (seines Zeichens gut verdienender Oberarzt) nach meinen Erzählungen, dass wir jetzt Dauercamper werden: „Ich finde campen zum Kotzen.“ Danke für das Gespräch.

Ja, auch Gegenwind und Unverständnis schlägt einem entgegen, wenn man Dauercamper wird.

Aber ich denke, man muss selbstbewusst an die Sache herangehen.

Und ja, auch er wird dir begegnen, der Klugscheißer, der Besserwisser, der „Bürgermeister“ des Campingplatzes (siehe hierzu auch meinen Bericht „Dauercamper-Typen, die mich nerven„. Da musst du dir nichts vormachen.

Aber  ganz von vorn.

Wie wird man Dauercamper?

Du willst also Dauercamper werden? Du findest die Vorstellung cool, am Wochenende oder im Urlaub in deine eigene „Finca“ zu fahren und die Seele baumeln zu lassen? Du hast einen Ort im Kopf, an dem du sein möchtest?

Ich kann dir eines versprechen: Dauercamping  ist ein Traum, wenn du „deinen“ Campingplatz gefunden hast.

Mach dich erstmal im Internet kundig, welche Campingplätze in deiner bevorzugten Gegend Dauercamping-Parzellen anbieten.

Dauercamping auf Probe

Zunächst einmal hast du auf größeren Campingplätzen die Möglichkeit, einen Wohnwagen zum Beispiel für ein Wochenende oder im Urlaub zu buchen. Entweder von privat, vom Campingplatz aus oder auch von gewerblichen Vermietern auf dem Campingplatz. Mach doch einfach mal Dauercamping zur Probe. Eine andere Möglichkeit ist, eine alte Möhre billig zu kaufen, das Dauercamping für ein Jahr zu probieren ( so haben wir es gemacht).

Welche Entfernung zum Dauercampingplatz?

Wichtig ist auch, dass der Dauercampingplatz einigermaßen gut erreichbar ist. Bei quengelnden Kindern muss der Dauercampingplatz nicht unbedingt 500km entfernt sein. Die Spritkosten bei regelmäßig langen Fahrten sollte man auch bedenken. Es kommt schon auch mal vor, dass der Campingplatz anruft, weil irgendwas kaputt ist, oder durch die Gegend fliegt. Dann kann es erforderlich sein, „mal eben kurz“ hinzudüsen. Wir müssen übrigens etwa 130km (einfache Strecke) bis zu unserem Campingplatz fahren und das reicht mir am Freitagabend. Wir sind dann auch irgendwann kaputt.

Dauercamping – die Atmosphäre zählt

Mach einen Spaziergang über den Campingplatz. Oft sind es nicht nur die reinen Fakten, die zählen. Du solltest auch auf die Atmosphäre des Campingplatzes achten. Fühlst du dich wohl? Wie gehen die Menschen miteinander um?

Rahmenbedingungen und Bedürfnisse

Als nächstes sollten die Rahmenbedingungen des Campingplatzes für dich stimmen. Ich habe hierzu auch schon einen Bericht geschrieben „Was kostet ein Dauercampingplatz?“

In diesem Bericht habe ich ziemlich ausführlich beschrieben, wie wichtig es ist, dass der Campingplatz zu deinen Bedürfnissen passen muss.

Das ist der wichtigste Punkt. Wenn du nicht überzeugt bist, dann wirst du da nicht glücklich sein.

Man muss aber auch den einen oder anderen Kompromiss machen. Deswegen ist es wichtig, dass du dir darüber im Klaren bist, was dir WIRKLICH wichtig ist. Vielleicht ist es nicht so wichtig, dass ein Schwimmbad in unmittelbarer Nähe ist, dafür aber ein Kaufmann.

Dauercampingplatz – auf das Bauchgefühl hören

Wenn dein Bauchgefühl „ja“ sagt, die Pacht für dich bezahlbar ist, und auch der Kopf nichts entgegenzusetzen hat, dann gehe es an.

Du wirst sehr schnell in die ganze Dauercamper-Szene hereinwachsen. So erging es mir auch. Wenn du Interesse zeigst, du aufmerksam zuhörst, was die „alten“ (netten) Hasen zu sagen haben, dann bist du ganz schnell ein richtiger Dauercamper. Alles andere machen deine Erfahrungen, die du mit der Zeit sammelst.

Wenn das Dauercamping scheitert

Was tun, wenn Dauercamping doch nichts für dich ist, der Campingplatz dir nicht gefällt, oder irgendwelche andere Gründe gegen ein Fortsetzen des Dauercampings spricht? Da kann ich dich beruhigen: Dauercamping boomt derzeit. Gerade auf Campingplätzen mit guter Infrastruktur ist die Nachfrage derzeit höher als das Angebot. Es wird vermutlich nicht schwer sein, deine ganze Finca wieder zu verkaufen. Mache ein paar schöne Fotos und stelle dein Angebot auf die Internetseite des Campingplatzes oder in ebay-Kleinanzeigen rein. Ich hätte meine alte Parzelle mit allem drum umd dran (hier im Norden sagt man mit „Pütt und Pan“) etliche Male verkaufen können. Das mindert das Risiko und gleichermaßen nimmt es den Druck und die Angst bei einer Fehlentscheidung, Geld „in den Sand gesetzt“ zu haben.

Fazit:

Wenn du Dauercamper werden willst, ist die Hürde gar nicht hoch. „Einfach ausprobieren“ ist die Devise, es wird schon schiefgehen. Sofern du über ein Mindestmaß an gesundem Menschenverstand verfügt, und das tust du, dann wird es schon alles gut gehen. Wichtig ist, dass DU dich wohlfühlst. Der Rest kommt von ganz alleine.

Wie bist du Dauercamper geworden?

 

1 Comment

  1. Klaus
    2. Oktober 2018

    Dauercamper zu werden ist sicher einfach, Nur über eins sollte man verfügen über ein „Dickesfell“. Neue Dauercamper stehen anfangs unter Beobachtung der lieben Nachbarn, die den neuen erst einmal teilweise belehren wollen, auch mit den Hinweisen, ja man sei schon 40 Jahre und mehr auf den Platz, was wollen sie damit suggerieren? Ich mag keine Korinthenkacker, Klugscheißer, Besserwisser und Erbsenzähler! Nicht so sehr weil man ihnen das (angebliche oder tatsächliche) Wissen neidet, sondern weil sie andere uneingeladen belehren wollen.
    Es gibt natürlich auch die netten Dauercamper, aber es kann schon eine Weile dauern. bis man die „Spreu vom Weizen“ getrennt hat…

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.